Was ist ein Katzenkino?
Ein Katzenkino dient vor allem einer Katze in reiner Wohnungshaltung zur Unterhaltung. Es soll der Katze Abwechslung und Spaß bereiten. Auch wir Menschen gehen gerne zur Unterhaltung ins Kino und schauen uns einen Film an. Katzen schauen sich eben ein Programm an, das auf sie und ihre Bedürfnisse zugeschnitten wurde.
Wichtig: Das Katzenkino ersetzt nicht die Beschäftigung mit dem Menschen, er muss weiterhin mit der Katze spielen, so dass diese einen Jagderfolg erzielen kann. Das Katzenkino ist viel mehr für den Zeitraum gedacht, in dem der Mensch Einkaufen oder Arbeiten ist, damit die Katze eine Beschäftigungsmöglichkeit hat. Es ist nicht als Dauerbeschäftigung für die Katze gedacht. Katzen brauchen Jagderfolge, dies kann ein Katzenkino nicht bieten. Aus diesem Grund würde ein Katzenkino alleine zu Dauerfrustration der Katze führen.
Beispiele für Katzenkinos:
- Nager im Käfig z.B. Mäuse
- Aquarium mit Fischen oder Schildkröten
- Ein Vogelnest oder eine Futterstelle vor dem Fenster
Nager im Käfig
Ein kleiner Nager passt genau ins Beuteschema der Katze. Beim Freigang bietet sich z. B. die Möglichkeit, einer Maus aufzulauern. Eine Katze ist ein sogenannter Ansitzjäger, d. h. sie kann sehr lange ruhig bei einem Mauseloch sitzen und dann, wenn die Gelegenheit gekommen ist, mit einem gezielten Sprung die Maus erbeuten. Kurz gesagt, eine Katze ist schon bei der Jagd, wenn sie auf der Lauer vor einem Mauseloch ist.
Auch die Maus im Käfig spricht durch ihr Verhalten den Jagdinstinkt der Katze an. Sie legt sich vor dem Käfig auf die Lauer und beobachtet die Maus. Die Katzen können außerdem die Töne der Mäuse im Ultraschallbereich hören. Somit vernehmen sie interessante Geräusche, die außerhalb unserer Hörfrequenz liegen. Der Mäusekäfig liefert zudem auch hoch interessante Gerüche für eine Katze.
Durch die Mäuse im Katzenkino hat auch die Wohnungskatze die Möglichkeit, Teile des Jagdtriebes ausleben zu können. Lauern und Beobachten: die schnellen Bewegungen sind genau das, worauf das Katzenauge ausgerichtet ist.
Die kleinen Nager sprechen mehrere Sinne der Katze an. Sie kann einen großen Teil ihrer sensorischen Fähigkeiten nutzen und auslasten. Das aufmerksame Beobachten und Hören ist für sie anstrengend, aber letztendlich sorgt es für eine ausgeglichene Katze.
Wichtig: Der Nagerkäfig bzw. Terrarium soll Schutz und genügend Rückzugsmöglichkeiten geben und auch für die Katzen kein Verletzungsrisiko darstellen. Selbstredend, dass auch die Nager artgerecht gehalten werden wollen.
Aquarium mit Fischen oder Schildkröten
Das Aquarium stellt eine tolle Alternative für Menschen dar, die sich nicht vorstellen können, mit Mäusen unter einem Dach zu leben. Das Beobachten liegt der Katze im Blut und ein Aquarium bietet eine schöne Abwechslung für die Samtpfote. Viele Katzen sind fasziniert vom Wasser und den Bewohnern darin und verweilen oft stundenlang davor.
Die Aquariumbewohner schwimmen mit teils ruhiger oder blitzschnellen Bewegungen durchs Wasser und steigern damit den Reiz der optischen Verfolgung für unser Raubtier. Einige springen sogar aufgeregt rund um das Aquarium.
Achtung: Das Aquarium sollte über eine stabile Abdeckung verfügen, die einer Katze Widerstand bieten kann. Der durch die Leuchtstoffröhren erwärmte Deckel lädt so manche Samtpfote zu einem Mittagschlaf ein.
Außerdem sollte der Deckel keine all zu großen Löcher Aufweisen. Denn es gibt Katzen, die leidenschaftlich gerne mit den Pfoten nach den Fischen oder Schildkröten angeln und keine Scheu vor dem Wasser haben. Darum ist unbedingt dafür Sorge zu tragen, dass die Katze keinen der Aquarienbewohner erwischen und somit verletzen kann. Außerdem könnten durch das rausgeschnickte Wasser die Umgebung oder nebenstehende Elektronik beschädigt werden. Um das zu verhindern empfiehlt es sich, das Aquarium auf ein geeignetes Möbelstück zu stellen und die Öffnungen entsprechend abgedeckt zu halten.
Wichtig: Bitte informieren Sie sich vor der Anschaffung der Fische gründlich über die Bedürfnisse der einzelnen Fischarten, die in Frage kommen. Da auch hier das Wohl der Tiere vorgeht und sie artgerecht gehalten werden sollen.
Ein Vogelnest oder eine Futterstelle vor dem Fenster
Auch wenn Vögel nicht zum primären Beuteschema der Katzen gehören, ist diese Möglichkeit eine besonders raffinierte Alternative, um der Katze ein aufregendes Programm zu bieten, ohne großen Extraaufwand oder wenn weder Nagerkäfig noch Aquarium in Betracht kommen. Der Zeitaufwand und die anfallenden Kosten sind wesentlich geringer. So lässt sich vor dem Fenster eine Futterstelle für die wildlebenden Vögel einrichten falls man nicht das Glück hat, dass sich ein Vogelnest vor dem Fenster befindet.
Das schnelle und rege Treiben bei einer Vogelfutterstelle oder einem Vogelnest ist wie ein packender Krimi für Katzen. Man kann beobachten wie sie lauern und sich die Schnurrhaare nach vorne richten, die Katze ist in ihrem Element. Viele Katzen fangen an zu Schnattern oder auch zu Keckern. Man kann fast sagen, die Katze klappert mit den Zähnen. Dieses Verhalten zeigen Katzen, wenn sie eine Beute sehen, jedoch ohne Aussicht auf Jagderfolg. Das Schnattern hat keine Mitteilungsfunktion.
Wichtig: Bitte achten Sie auch hier auf die Sicherheit der Katze sowie die der Vögel. Fenster, die gekippt werden können, müssen immer gesichert sein. Es passieren viele tödliche Kippfensterunfälle. Auch sollte die Futterstelle so angebracht sein, das die Vögel nicht ein willkommenes Abendessen für die streunernden Katzen wird.